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ERFAHRUNGEN & TEXTBEISPIELE

Seit 2003 Redaktionsmitglied bei moneta,
unabhängige KundInnenzeitschrift der Alternativen Bank Schweiz AG

Freie Mitarbeit bei diversen Medien und in der Werbung

Seit 2015 Zusammenarbeit mit Marie-Louise von Aarburg, Grafikbistro

Theater

Theaterstück für die Theatergruppe Niemandsland
«Volare oh oh, ein Tango im Koma 2007»

Bücher

«Die andere Beziehung, Polyamorie und Philosophische Praxis»,
gemeinsam mit Co-Autor Imre Hofmann
Schmetterling Verlag 2012

«Das Mass der Liebe. Plädoyer für ein subversives Nein»
mit Beiträgen von Aysegül Sah Bozdogan
Schmetterling Verlag 2015

Kunst

Vernissage Reden, Kunstbetrachtungen

moneta 2/17

Mit dem Körper denken

LESEPROBEN

Zeitungen

Im Darkroom der exklusiven Liebe (Tageswoche 12/2012)
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Moralinsaure Rohkost und Abstinenzler Vollkornbrot (moneta 3/2011)
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Denken, Lernen und Stillsitzen sind in unserer Kultur anscheinend untrennbar miteinander verbunden. Dabei wird vernachlässigt, dass körperliche Bewegung die geistige Mobilität günstig beeinflusst.

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Friedrich Nietzsche hatte bei seinen Wanderungen viele philosophische Einfälle, in «Menschliches, Allzumenschliches» schreibt er: «Wer nur einigermassen zur Freiheit der Vernunft gekommen ist, kann sich auf Erden nicht anders fühlen, denn als Wanderer, — wenn auch nicht als Reisender nach einem letzten Ziele: denn dieses gibt es nicht.» Heute hat sich diese Devise fast umgedreht: Wenn man sich quasi bewegungslos auf einem fest geschraubten Stuhl von A nach B fliegen lässt, steht einzig das Ziel im Vordergrund.

Dass das Stillsitzen beim Lernen geistiger Inhalte nicht dienlich ist, zeigt sich daran, wie schnell das Aufgenommene wieder vergessen wird. Obwohl dank vieler Untersuchungen bekannt ist, dass in Bewegung nachhaltiger gelernt wird, setzt sich in den meisten Staatsschulen nach wie vor der Frontalunterricht sitzend am Pult durch. Dabei leuchtet es doch ein, dass das Lernen in Bewegung die beste Prävention gegen zunehmenden Bewegungsmangel, Konzentrationsschwierigkeiten und Übergewicht bei Kindern darstellt. Anstatt die Kinder (...) der Struktur anzupassen, wäre die Veränderung eines unangemessenen Angebots eine gesündere Lösung. Es gibt bereits ältere pädagogische Konzepte, die Bewegung in den Schulalltag selbstverständlich integrieren, etwa nach Rudolf Steiner oder Maria Montessori. Das Bundesamt für Sport hat mit «Schule bewegt» ab 2005 ein Bewegungskonzept für die Staatsschule realisiert, aber wegen Sparmassnahmen wurde dieses Anfang 2017 wieder gestrichen.

Denken und Sprechen sind nicht statisch

Wie kommt es, dass diese Idee des Lernens im Stillsitzen seit so langer Zeit dominiert? Eine Antwort magdie traditionelle Körper-Geist-Trennung liefern, die sich über Jahrhunderte durchsetzte und von Joseph Beuysmit dem schönen Ausspruch «Ich denke sowieso mit dem Knie» unterwandert wurde. Unser Körper ist immer Teil unserer Ausdrucksmöglichkeiten. In philosophischen Traditionen erschien er aber wie ein überflüssiges Anhängsel, das mit seinen niedrigen Bedürfnissen vom ernsten Denkgeschäft ablenkt. Rodins berühmter Denker, der seinen schweren Kopf in seine Hand stützt, demonstriert die Vorstellung, dass Denken eine statische, ernste, vornübergekrümmte, männliche Angelegenheit sei. Diesen Gedanken stellt die Philosophin Judith Butler im Buch «Cluster» über das Tanzstück von Sasha Waltz infrage: «Denn wir sprechen, jedoch sitzend. So stellen wir uns zu einem gewissen Grad still, machen uns unbeweglich, um zu sprechen. (...) Wenn wir sprechen, dann ordnen wir die Bewegung dem Sprechen unter, weil wir davon ausgehen (...), dass die Bedeutungen, die zu übermitteln sind, durch Worte übermittelt werden. (...) In diesem Falle wäre Sprechen die Bewegung eines Körpers, der so tut, als ob das Sprechen keine Bewegung sei.»

Das Sprechen formt sich ja letztlich aus einer Denkbewegung. Das Paradoxe ist: In der Hektik des allzu mobilen Tagesgeschäfts fehlt die Ruhe, die uns auf einem Spaziergang oder im verträumten Nachsinnen innerlich aufwecken kann. Das Irritierende springt uns unvermutet an, aber nur, wenn wir die nötige Musse haben: das, was uns verwirrt, weil wir es vorher noch nie bemerkt haben. Ein Geräusch, ein fremdes Gesicht, ein seltener Vogel, alles, was uns daran erinnert, dass auch wir im Grunde nicht jeden Winkel unseres Inneren bereits kennen. Geistige Mobilität ist so gesehen die kreative Suche nach Sinn und Versprachlichung, das Entwirren diffuser Gedankenbündel. Der Schriftsteller Robert Musil schreibt in seiner Novelle «Die Amsel» den denkwürdigen Satz: « ...wenn ich den Sinn wüsste, so brauchte ich dir wohl nicht erst zu erzählen.» Anfügen können wir dem noch: Und wüsste ich, wohin ich mich bewege, so bräuchte ich mich nicht auf den Weg zu machen.

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moneta 2/14

Die Netten von nebenan: zwischen Kafka und Capus

«Nachbarschaft spielt nicht mehr die gleiche Rolle wie im letzten Jahrhundert. Heute sind wir ortsunabhängiger und pflegen Beziehungen virtuell über den Erdball verstreut. Dennoch begegnen wir unseren Mitmenschen vor der Haustür, im Treppenhaus oder der Waschküche.»

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«Die Schriftsteller Franz Kafka und Alex Capus mögen wenig gemeinsam haben, beide haben aber - wenn auch diametral verschieden - über das Phänomen Nachbarn geschrieben. Die Aspekte quartierbezogener Vertrautheit finden wir bei Capus im kürzlich erschienenen Erzählband 'Mein Nachbar Urs' liebevoll festgehalten. Die Idealvorstellung eines sympathischen Netzwerks im direkten Umfeld wird humorvoll-leicht beschrieben: gemeinsame Grilladen mit den Kumpels, politisieren, sich gegenseitig mit Sprüchen aufziehen. 'Über die Jahre haben wir zwar alle das Rauchen aufgegeben, aber wenn Urs Zigaretten auf den Kiesplatz bringt, rauchen wir sie mit vereinten Kräften in kürzester Zeit nieder', heisst es da in einer Passage. Bei Alex Capus' Geschichten aus Olten ist viel Gemeinsinn und Freude zu spüren, dem Normalfall entspricht dies aber nicht. Ziehen wir um, geraten wir - was die Wohnverhältnisse Tür an Tür betrifft - in ein Roulettespiel. So empfiehlt ein türkisches Sprichwort: 'Miete nicht ein Haus, miete gute Nachbarn.' Oft sagen Waschpläne schon einiges über den Geist in einem Haus aus. Mitunter übertreffen die Mitmenschen mit Migrationshintergrund in Sachen Ordnung die sonst den Schweizerinnen und Schweizern zugeschriebene Pingeligkeit: Wehe, jemand wäscht zur falschen Zeit. Wo sonst jegliche Kommunikation fehlt, finden sich dann Zettel mit mahnenden Worten auf der Waschmaschine. Wenn aber anonyme Zurechtweisungen und Reibereien über leidige Kleinigkeiten zum einzigen Nachbarschaftskontakt werden, kann dies das Klima völlig vergiften. Da reinigt man besser das Flusensieb, um seine Ruhe zu haben. (...)

Wir kennen das mulmige Gefühl, vor einer Tür zu stehen und keine Ahnung zu haben, wer uns öffnet. Vielleicht brauchen wir bloss einen Flaschenöffner, und schon verwandelt sich der Druck auf den nachbarlichen Klingelknopf in eine Mutprobe. Die Tür ist ein charakteristisches Motiv bei Franz Kafka. In seiner Kurzgeschichte 'Der Nachbar' lässt die Ringhörigkeit und sein paranoider Verdacht den Protagonisten zu Vorsichtsmassnahmen greifen: 'Die elend dünnen Wände, die den ehrlichen Mann verraten, den Unehrlichen aber decken. Mein Telefon ist an der Zimmerwand angebracht, die mich von meinem Nachbar trennt. Doch hebe ich das bloss als besonders ironische Tatsache hervor. Selbst wenn es an der entgegengesetzten Wand hinge, würde man in der Nebenwohnung alles hören. Ich habe mir abgewöhnt, den Namen der Kunden beim Telephon zu nennen. Aber es gehört natürlich nicht viel Schlauheit dazu, aus charakteristischen, aber unvermeidlichen Wendungen des Gesprächs die Namen zu erraten.'

Wir wissen nie genau, was die Nachbarn alles wissen. Wenn wir ihnen nicht trauen, rücken wir sie in die Nähe potentieller Spitzel: Sie könnten mehr über uns wissen, als wir uns wünschen. Hören sie uns streiten? Kontrollieren sie, ob unser Altpapier schön gebündelt oder chaotisch zusammengebunden ist? Schauen sie skeptisch oder meinen wir das bloss? Zählen sie die Blätter, die wir nicht zusammengewischt haben?

Kleine freundliche Gesten mögen die Stimmung auflockern. Dass sich tatsächliche Freundschaften ergeben, ist allerdings Glückssache. Kein Zoff nach der sonntäglichen Wäsche ebenfalls.»

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« Schreiben heißt, sich auf das Leben einen Reim zu machen. »

Nadine Gordimer

DOMINIQUE ZIMMERMANN

Lic Phil I Studium der Philosophie,
Neuere Literaturwissenschaft, Neuere Geschichte 1999

Kommunikation und Beratungskompetenz (NLP) 1999

Fortbildung in Kreatives Schreiben und Bibliotherapie,
SAL Zürich 2004/5

Weiterbildung zur Sexualpädagogin ISP 2016

«Auf Satzsuche?»