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« Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. »

Karl Valentin

ERFAHRUNGEN & TEXTBEISPIELE

Seit 2003 Redaktionsmitglied bei moneta,
unabhängige KundInnenzeitschrift der Alternativen Bank Schweiz AG

Freie Mitarbeit bei diversen Medien und in der Werbung

Seit 2015 Zusammenarbeit mit Marie-Louise von Aarburg, Grafikbistro

Theater

Theaterstück für die Theatergruppe Niemandsland
«Volare oh oh, ein Tango im Koma 2007»

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«Die andere Beziehung, Polyamorie und Philosophische Praxis»,
gemeinsam mit Co-Autor Imre Hofmann
Schmetterling Verlag 2012

«Das Mass der Liebe. Plädoyer für ein subversives Nein»
mit Beiträgen von Aysegül Sah Bozdogan
Schmetterling Verlag 2015

Kunst

Vernissage Reden, Kunstbetrachtungen

Zeitungen

Im Darkroom der exklusiven Liebe (Tageswoche 12/2012)
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Moralinsaure Rohkost und Abstinenzler Vollkornbrot (moneta 3/2011)
Zum Text

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moneta 4/14

Mehr als fressen und gefressen werden

«Wer hätte gedacht, dass Banknoten von einer Spielernatur erfunden wurden? Spielen, tüfteln, gewinnen und verlieren sind Teile eines jeden Lebens - wenn dies unabsichtlich geschieht, ohne Gewinnabsichten, wirds besonders spannend.»

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«Der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga hat in den späten 1930er-Jahren ausführlich beschrieben, dass man die gesamte Kultur als Werk des Homo ludens - des spielenden Menschen - betrachten kann. Huizinga betont: 'Das Spiel als solches geht über die Grenzen rein biologischer oder doch rein physischer Betätigung hinaus. Es ist eine sinnvolle Funktion. Im Spiel 'spielt' etwas mit, was über den unmittelbaren Drang nach Lebensbehauptung hinausgeht und in die Lebensbetätigung einen Sinn hineinlegt.' Spielen ist also durch das freie Handeln gekennzeichnet. Was befohlen wird, ist kein Spiel. Dennoch kann man ernsthaft spielen. Huizinga präzisiert: 'die Minderwertigkeit des Spiels hat ihre Grenze im Mehrwert des Ernsts.'

Wir spielen quasi, wenn wir uns nicht gerade dem Ernst des täglichen Lebens zuwenden, aber so selbstverständlich, dass es eine wichtige Kulturfunktion hat. Der Philosoph Peter Sloterdijk beschreibt, wie der Mensch als Übender immer über sich hinauswachsen möchte. Dieses Menschenbild können wir ergänzen und sagen, dass das Individuum spielerisch auf die besten Ideen kommt. Es ist nicht der Ehrgeiz, sondern die Freude und Neugierde beim zwecklosen Tüfteln, die uns Menschen verrückte und oft auch sinnvolle Erfindungen machen lässt. Leider werden solche Einfälle manchmal mit destruktiven Absichten missbraucht, sonst wäre nach der Erforschung der Radioaktivität keine Atombombe entstanden.

Generationenübergreifender Spieltrieb: Heute ist der grosse Spielplatz die Welt der Games: Hier werden in unendlicher Variation gegnerische Kräfte gebodigt und die Selbstbehauptung zelebriert. In 'Hungry Shark' geht es etwa um einen Hai, der alle und alles, was ihm in die Quere kommt, auffrisst. Wesentliches Merkmal und Faszinosum dieses Hais ist ein Grundprinzip des Kapitalismus: er hat immer enormen Hunger, und wenn er nicht genug frisst, sinkt seine Energie ab und gefährdet seine Existenz.

Im Zeitalter des Computerspiels zeigt sich deutlich, dass der Spieltrieb generationenübergreifend ist. Klein und Gross reissen sich um die gleichen Games, bei denen es um Gewinnen und Besiegen geht. Beim stilleren Spielen geht es noch kreativer zu. Das zeigt sich bei Kleinkindern, die etwas ausprobieren und so konzentriert sind, dass sie gar nicht bemerken, dass sie beobachtet werden.

Eine legendäre Spielernatur war der Erfinder der Banknote, John Law. Der Frauenhelt verjubelte das Vermögen seines Vaters und musste nach einem Duell mit tödlichem Ausgang Edinburgh verlassen. Nach seiner Ankunft in den Niederlanden studierte er ausführlich das niederländische Finanzsystem und beschäftigte sich mit der Idee des künstlichen Geldes in Form von Banknoten, welches durch Goldmünzen gesichert sein sollte. Im Jahre 1705 veröffentlichte er zu diesem Themengebiet sogar ein Buch. Seine Erfindung des Papiergeldes fand zunächst kein Gehör, doch der Herzog von Orléon fand Gefallen an der Vorstellung, die enormen Staatsschulden per Druckerpresse zu tilgen. So gründete Law 1716 die Banque Royale und gab erstmals Papiergeld heraus. Im historischen Roman 'Das grosse Spiel' erfahren wir, wie Law das Vermögen, das er dank seiner Idee angehäuft hatte, als Spieler wieder verliert. Dass Schuldentilgung aber nicht 'spielerisch' gelöst werden kann, zeigen die wiederkehrenden Finanzkrisen.

Zum persönlichen Leben gehören private und gesellschaftliche Krisen in diversen Variationen genauso wie Spielen. Wenn wir unserer spielerischen Seite genügend Platz einräumen, können wir das Unerträgliche mit einer Portion Leichtigkeit besser bewältigen.»

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moneta 2/14

Die Netten von nebenan: zwischen Kafka und Capus

«Nachbarschaft spielt nicht mehr die gleiche Rolle wie im letzten Jahrhundert. Heute sind wir ortsunabhängiger und pflegen Beziehungen virtuell über den Erdball verstreut. Dennoch begegnen wir unseren Mitmenschen vor der Haustür, im Treppenhaus oder der Waschküche.»

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 «Die Schriftsteller Franz Kafka und Alex Capus mögen wenig gemeinsam haben, beide haben aber - wenn auch diametral verschieden - über das Phänomen Nachbarn geschrieben. Die Aspekte quartierbezogener Vertrautheit finden wir bei Capus im kürzlich erschienenen Erzählband 'Mein Nachbar Urs' liebevoll festgehalten. Die Idealvorstellung eines sympathischen Netzwerks im direkten Umfeld wird humorvoll-leicht beschrieben: gemeinsame Grilladen mit den Kumpels, politisieren, sich gegenseitig mit Sprüchen aufziehen. 'Über die Jahre haben wir zwar alle das Rauchen aufgegeben, aber wenn Urs Zigaretten auf den Kiesplatz bringt, rauchen wir sie mit vereinten Kräften in kürzester Zeit nieder', heisst es da in einer Passage. Bei Alex Capus' Geschichten aus Olten ist viel Gemeinsinn und Freude zu spüren, dem Normalfall entspricht dies aber nicht. Ziehen wir um, geraten wir - was die Wohnverhältnisse Tür an Tür betrifft - in ein Roulettespiel. So empfiehlt ein türkisches Sprichwort: 'Miete nicht ein Haus, miete gute Nachbarn.' Oft sagen Waschpläne schon einiges über den Geist in einem Haus aus. Mitunter übertreffen die Mitmenschen mit Migrationshintergrund in Sachen Ordnung die sonst den Schweizerinnen und Schweizern zugeschriebene Pingeligkeit: Wehe, jemand wäscht zur falschen Zeit. Wo sonst jegliche Kommunikation fehlt, finden sich dann Zettel mit mahnenden Worten auf der Waschmaschine. Wenn aber anonyme Zurechtweisungen und Reibereien über leidige Kleinigkeiten zum einzigen Nachbarschaftskontakt werden, kann dies das Klima völlig vergiften. Da reinigt man besser das Flusensieb, um seine Ruhe zu haben. (...)

Wir kennen das mulmige Gefühl, vor einer Tür zu stehen und keine Ahnung zu haben, wer uns öffnet. Vielleicht brauchen wir bloss einen Flaschenöffner, und schon verwandelt sich der Druck auf den nachbarlichen Klingelknopf in eine Mutprobe. Die Tür ist ein charakteristisches Motiv bei Franz Kafka. In seiner Kurzgeschichte 'Der Nachbar' lässt die Ringhörigkeit und sein paranoider Verdacht den Protagonisten zu Vorsichtsmassnahmen greifen: 'Die elend dünnen Wände, die den ehrlichen Mann verraten, den Unehrlichen aber decken. Mein Telefon ist an der Zimmerwand angebracht, die mich von meinem Nachbar trennt. Doch hebe ich das bloss als besonders ironische Tatsache hervor. Selbst wenn es an der entgegengesetzten Wand hinge, würde man in der Nebenwohnung alles hören. Ich habe mir abgewöhnt, den Namen der Kunden beim Telephon zu nennen. Aber es gehört natürlich nicht viel Schlauheit dazu, aus charakteristischen, aber unvermeidlichen Wendungen des Gesprächs die Namen zu erraten.'

Wir wissen nie genau, was die Nachbarn alles wissen. Wenn wir ihnen nicht trauen, rücken wir sie in die Nähe potentieller Spitzel: Sie könnten mehr über uns wissen, als wir uns wünschen. Hören sie uns streiten? Kontrollieren sie, ob unser Altpapier schön gebündelt oder chaotisch zusammengebunden ist? Schauen sie skeptisch oder meinen wir das bloss? Zählen sie die Blätter, die wir nicht zusammengewischt haben?

Kleine freundliche Gesten mögen die Stimmung auflockern. Dass sich tatsächliche Freundschaften ergeben, ist allerdings Glückssache. Kein Zoff nach der sonntäglichen Wäsche ebenfalls.»

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« Schreiben heißt, sich auf das Leben einen Reim zu machen. »

Nadine Gordimer

DOMINIQUE ZIMMERMANN

Lic Phil I Studium der Philosophie,
Neuere Literaturwissenschaft, Neuere Geschichte 1999

Fortbildung in Kreatives Schreiben und Bibliotherapie,
SAL Zürich 2004/5

Kommunikation und Beratungskompetenz (NLP) 1999

«Auf Satzsuche?»